Eine heimtückische Augenkrankheit bedroht unser Sehen. Sie tut nicht weh, entwickelt sich unbemerkt immer weiter fort und macht sich erst bemerkbar, wenn es fast schon zu spät ist: Der Grüne Star (Fachausdruck: Glaukom) zählt bei uns inzwischen zu den drei häufigsten Erblindungsursachen. Der Augendruck steigt an, schädigt den Sehnerv, wichtige Nervenfasern sterben ab. Das Gesichtsfeld schränkt sich von außen nach innen immer weiter ein.
Auf dem 24. Kongress der Deutschen Augenchirurgen (DOC), der vom 19. bis 22. Mai in Nürnberg stattfindet, gibt es dazu die neuesten Zahlen. Sie klingen besorgniserregend. Demnach sind allein in Deutschland fünf Millionen Menschen durch den Grünen Star gefährdet. Eine Million Deutsche leiden bereits unter einer behandlungsbedürftigen Erhöhung des Augeninnendrucks. Und bei einer halben Million Deutschen hat das Glaukom den Sehnerv bereits geschädigt. Die Zahl der dadurch erblindeten Menschen liegt bei mehreren Zehntausend.
„Das Gefährliche am Grünen Star ist, dass dieser nur bei etwa jedem zweiten Patienten rechtzeitig erkannt wird“, warnt Augenarzt und Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer (Fürth). „Dabei ist die Erkrankung durch eine einfache Untersuchung leicht festzustellen und gut zu behandeln.“
In erster Linie verschreiben die Augenärzte Tropfen, die den erhöhten Druck im Auge senken und den Sehnerv so entlasten sollen.
„Doch bei etwa zehn bis zwanzig Prozent der Glaukompatienten reicht diese medikamentöse Therapie entweder nicht aus oder die Tropfen werden schlecht vertragen“, so Dr. Scharrer. „In diesen Fällen kann eine Lasertherapie helfen, die dank moderner Geräte und Techniken heute ambulant, schmerzfrei und besonders schonend möglich ist.“
Die Behandlung mit dem sogenannten SLT-Laser dauert nur zwei Minuten. SLT steht dabei für „Selektive Laser Trabekuloplastik“.
Mit einem Neodym-YAG-Laser lockert der Augenarzt durch etwa 50 extrem kurze Laserimpulse von nur drei milliardstel Sekunden Dauer das siebartige Trabekelmaschenwerk auf, das die Pupille wie ein Ring umgibt. Durch dieses aufgelockerte Gewebe kann das im Auge gebildete Kammerwasser wieder besser abfließen und der Druck im Auge lässt nach.
Dr. Scharrer: „Die SLT-Technik mit dem Neodym-YAG-Laser hat sich sehr gut bewährt, weil sie im Gegensatz zu anderen Laserverfahren im Gewebe keine Hitze erzeugt, keine Zellen zerstört, das Auge nicht reizt und mehrmals wiederholt werden kann.“
Da der Grüne Star hauptsächlich bei Patienten über 40 Jahren auftritt, rät Dr. Scharrer, ab diesem Alter den Augeninnendruck und den Sehnerv alle zwei Jahre vom Augenarzt im Rahmen einer Früherkennung untersuchen zu lassen.